Schon die ersten Minuten der ersten Halbzeit ließen nichts Gutes erahnen. Die Gäste fanden schneller ins Spiel und setzten sich zügig ab. Schlüsselfiguren waren zu dieser Zeit der Rückraum Devisch und ihr Kreisläufer denen es wenig Probleme bereitete die hohe Eupener Deckung zu umgehen. Zudem offenbarte sich wiedermal die eklatante Torabschluss-Schwäche, mit der die Eupener schon seit Beginn der Saison zu kämpfen haben. Die Angriffsreihen taten es sich gegen den hohen Mittelblock der gegnerischen Abwehr unnötig schwer, hundertprozentige Torgelegenheiten wurden ausgelassen und die Verzweiflung stand ihnen ins Gesicht geschrieben als der erste Siebenmeter, wie schon zuletzt in Tournai (5 vergebene Strafwürfe), verworfen wurde. So kam es, dass sich beide Mannschaften beim wenig verheißungsvollen Spielstand von 8 - 15 in die Umkleiden verabschiedeten.
Von nun an jedoch agierte die KTSV sehr viel konzentrierter. Trainer Thomas Brüll stellte die Abwehr um und ließ den Sint Truidener Rückraumspieler Devisch mit einer Manndeckung aus dem Spiel nehmen. Dank der wachsenden Selbstsicherheit in der Abwehr verbesserte sich die Effektivität der Eupener nun auch in der Offensive. Endlich traf auch der hochgewachsene Vincent Diricks, der in der ersten Halbzeit noch mit Fabrice Schins den Spezialistenwechsel (schneller Abwehr-/Angriffwechsel) vollzog, jetzt jedoch sowohl Abwehr als auch Angriff spielte. Der Rückstand schmolz und einige Zuschauer, die verspätet und erwartungslos zur zweiten Halbzeit kamen (wer will's ihnen verübeln?!) trauten ihren Augen nicht, als sie sahen, dass die KTSV heute doch mehr als ein Sparringspartner war.
Dass die Gäste sich nicht weiter absetzen konnten war dann vor allem auch der Verdienst des zweiten Eupener Torhüters Michael Brezezinski, der schon früh in der ersten Halbzeit für Christophe Denis eingewechselt wurde. Zunächst konstant, steigerte er sich regelrecht in die Partie hinein und hielt mit seiner erwähnenswerten letzten Parade, die zum schnellen Gegentor einleitete und die erste Eupener Führung bescherte, die zwei Punkte in Eupen. Endstand 30 - 29.
Am Ende stehen zwei Punkte auf dem Konto. Selbst wenn im Nachhinein niemanden mehr interessieren mag, wie diese Zustande kamen, kann die Mannschaft auf einen starken Kampfgeist zurückblicken, der in der Vergangenheit nicht all zu oft in Eupen zu erkennen war. Es bleibt noch viel Arbeit um solche Fehlstarts wie Samstag zu vermeiden, aber die Saison ist noch lang genug um daran zu arbeiten.

